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15.07.2013

Wozu Fahrstreifen? Studie zur Regellosigkeit im Straßenverkehr


Ordnung ist das halbe Leben, heißt es – manchmal jedoch ist das Chaos effizienter

Während in vielen anderen Ländern die Hupe als Kommunikations- und Verständigungsmittel bezüglich der Vorfahrt gilt, ist das deutsche Verkehrssystem streng geregelt. Jeder muss sich an die Vorgaben halten, und wer es nicht tut, dem drohen Sanktionen in Form von Geldstrafen und Punkten in Flensburg. Deutsche und iranische Wissenschaftler haben sich in einer aktuellen Studie einmal intensiver mit der „Fahrstreifen-Disziplin“ auseinandergesetzt – und kamen zu einem bemerkenswerten Ergebnis. Unter bestimmten Umständen erweist es sich als hocheffizient, Fahrstreifen komplett zu ignorieren.

Professor Dr.-Ing. Heike Emmerich von der Universität Bayreuth und Professor Dr. Hamid Assadi von der Tarbiat Modares Universität in Teheran entwickelten für ihre Untersuchung ein komplexes Modell, das die nichtlineare Dynamik des Straßenverkehrs und seine vielfältigen Möglichkeiten möglichst wirklichkeitsgetreu simuliert. Schließlich kann sich das Verhalten der Fahrer je nach Verkehrsaufkommen ändern, und auch vom stets regeltreuen bis hin zum notorisch nach eigenen Regeln fahrenden Verkehrsteilnehmer ist alles auf deutschen Straßen zu finden.

Chaos-Theorie

Das Ergebnis: Bei einem hohen Verkehrsaufkommen kann sich ein ungeregeltes System, in dem sich die Fahrer nicht an vorgegebene Fahrstreifen halten und „offensiv in jeweils freie Lücken vorstoßen“, als hocheffizient erweisen. Als Grund führen die Wissenschaftler an, dass dadurch innerhalb kurzer Zeit eine Vielzahl an Fahrzeugen die Straße passieren kann. Die wechselseitige Toleranz für ungeregeltes Fahrverhalten fördere den zügigen „Durchsatz“ der Fahrzeuge und sei damit eine intelligente Form der Bewältigung eines hohen Verkehrsaufkommens.

Mehr noch: Die Wissenschaftler fanden einige Hinweise darauf, dass ein vollkommen ungeregeltes System unter Umständen sogar effizienter sein könnte, als wenn sich alle an die Regeln halten. Für den Betrachter sehe dies wie ein „komplettes Chaos“ aus, in Wirklichkeit jedoch kämen die Verkehrsteilnehmer auf diese Weise am schnellsten voran.

Keine halben Sachen

Nun kann man sich die rigorose Abschaffung aller Fahrbahnmarkierungen in Deutschland aufgrund dieser Studie nur sehr schwer vorstellen. Die Wissenschaftler selbst weisen mehrfach darauf hin, dass ihre Ergebnisse lediglich dann gelten, wenn eine sehr hohe Verkehrsdichte herrscht. Trotzdem könnten die Schlussfolgerungen künftig durchaus auch in der Praxis eine Rolle spielen.

Zum Beispiel dann, wenn es darum geht, ein zuvor ungeregeltes Verkehrssystem in ein geregeltes zu überführen. „Ganz oder gar nicht“, empfehlen die Forscher in Bezug auf ein weiteres Ergebnis ihrer Analyse. Eine Mischung aus Ordnung und Unordnung sei am wenigsten effizient – und dürfte für einigen Unmut bei den regeltreuen Verkehrsteilnehmern sorgen, denen sich wieder einmal ein „Chaot“ vor das Auto geschoben hat. Eine „halbe Ordnung“ sei sogar schlechter als völlige Regellosigkeit und führe dazu, dass der gesamte Verkehr nur noch schleppend vorankommt.

Besser kurz und schmerzlos

Der Rat an Straßen- und Verkehrsplaner lautet, eine solche Umstellung schlagartig durchzuführen. Bei einer schrittweisen Einführung wäre die Folge zunächst eine geringere Effizienz, die insbesondere bei hohem Verkehrsaufkommen zu einem kompletten Scheitern des Systems führen könne. In den Köpfen der Autofahrer setze sich dann nämlich von Beginn an fest, dass die Neuerung zu einer Verschlechterung, und nicht zu einer Verbesserung der Situation geführt hat. Ihre Motivation, ein solches System auch noch zu unterstützen, sinke dann schnell.

Ohne Fahrstreifen wird es also auch in Zukunft nicht gehen. Die Götsch GmbH bietet eine Vielzahl an kommunalem Zusatzbedarf, zu denen nicht nur Fahrbahnmarkierungen, sondern auch Produkte zur Baustellensicherung, Beschilderung und Sicherheitstechnik. Schauen Sie sich um, oder rufen Sie uns einfach an, wenn Sie unsere Beratung in Sachen Verkehrsplanung oder Stadtmöblierung in Anspruch nehmen möchten.