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25.09.2014

Gute Schilder, schlechte Schilder: Der SÜV geht an den Start


Ein echter Schild-Bürger-Streich: Neugegründeter Verein sagt schlechten Verkehrszeichen den Kampf an.

„Das sind Nadja und Daniel. Die beiden sind ganz schön aufgeweckt und viel unterwegs.“ So beginnt der rund zweiminütige „ErklärMal-Film“, mit dem sich der neugegründete Schilder­überwachungs­verein (SÜV) vorstellt. Ziel ist es, schlecht erkennbare Verkehrsschilder aufzuspüren und ihre Erneuerung oder Reinigung zu forcieren. Dabei setzen die Mitglieder vor allem auf die Beteiligung der Bürger. Mittels App, Facebook und Webpräsenz sind die Bürger aufgerufen, Beispiele für gute und schlechte Schilder aus ihrer Umgebung einzusenden. Erste Reaktionen von gerügten Städten liegen bereits vor.

Mit einem großen Schilder-Test ist der im Februar 2014 gegründete Verein erstmals an die breite Öffentlichkeit getreten. Die Initiatoren gingen in zwölf deutschen Großstädten auf Schildercheck-Tour, und was sie sahen – oder auch nicht sahen, fassten sie in einer Statistik zusammen. Dresden, Leipzig und Stuttgart schnitten am besten ab, als Stadt mit der schlechtesten Verkehrsschildqualität wurde Köln gekürt, gefolgt von Düsseldorf und Frankfurt.

Lockere Aufmachung, ernster Hintergrund

Was sich nicht zuletzt aufgrund der kreativen Machart amüsant liest, hat einen ernsten Hintergrund: Unter dem Motto „Gute Schilder schützen Dich!“ verweist der Verein auf das Ziel der Europäischen Union, die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zu 2010 bis zum Jahr 2020 zu halbieren. „Da die Sicherstellung gut erkennbarer Verkehrsschilder die günstigste Methode ist, die Verkehrssicherheit zu erhöhen, ist unsere Mission, aus schlechten Schildern gute Schilder zu machen“, heißt es beim Verein. Dabei betonen die Macher, dass sie keinesfalls mehr, sondern bessere Schilder wollen. Die Statistik spricht eine klare Sprache: Nach Angaben des Vereins gibt es in Deutschland rund 25 Millionen Verkehrsschilder, von denen mehr als acht Millionen schlecht erkennbar sind.

Experten zufolge würden Verkehrsschilder ihre Funktion nicht mehr erfüllen, wenn der Mindestrückstrahlwert die DIN-Anforderungen um 20 Prozent unterschreitet. Abhängig von der Reflexionsklasse sei dies nach elf bis 14 Jahren der Fall. Ein Viertel der Schilder in Deutschland aber habe bereits mehr als 15 Jahre auf dem Buckel und stelle damit eine Gefahr für die Sicherheit im Straßenverkehr dar, bemängeln die Schildertester. Verkehrszeichen seien zahlreichen widrigen Bedingungen ausgesetzt, die sie altern lassen und beispielsweise die Erkennbarkeit bei Nacht beeinträchtigen.

Crowdsourcing à la SÜV

Das Einstellen schlechter Schilder auf die Plattform ist ein Kinderspiel: Mit der „Schilder-App“ ist im Handumdrehen ein Foto gemacht und in die Galerie hochgeladen. Auch der Upload über den Rechner ist möglich. Mittlerweile stehen mehr als 1000 Schilder aus dem ganzen Bundesgebiet in der Datenbank. In der Galerie „So schlecht, schlechter geht’s fast nicht“ können sie abgerufen und bestaunt werden. Wer sich für schlechte Schilder in seiner Nähe interessiert, findet über eine Google Maps-Karte schnell Orientierung.

Mittlerweile sind zahlreiche Medien und vor allem auch die zuständigen Vertreter vieler Städte auf die Arbeit des Vereins aufmerksam geworden. Die ersten Gemeinden haben reagiert und die beanstandeten Verkehrszeichen gereinigt oder ausgetauscht. Wer (sich) selbst ein Bild machen will: Hier geht’s zur Webpräsenz des SÜV.