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25.09.2014

Big Mülltonne is watching you


Werbende Abfallbehälter mit Funkkontakt zu Handys der Fußgänger fordern Datenschützer heraus.

„Pssst, Sie. Ja genau, Sie!“ Erinnern Sie sich auch noch an Schlemihl, den windigen Verkäufer aus der Sesamstraße? Im Angebot hatte er meist wenig nützliche Dinge wie ein unsichtbares Eis oder eine neuwertige Acht. In London konnte man vor kurzer Zeit das moderne Pendant zu ihm kennenlernen. Bei einem Feldversuch wurden in der Innenstadt 200 Mülltonnen aufgestellt. Sie waren mit einem großflächigen Display ausgestattet, auf dem Werbung eingespielt wurde. Der Clou: Die Tonnen beinhalteten zusätzlich ein WLAN-Modul, mit dem sie die Smartphones vorbeigehender Passanten „tracken“, also registrieren konnten. Die Daten sollten dazu genutzt werden, beim Vorbeigehen auf die Zielperson zugeschnittene Reklame zu zeigen. Datenschützer und die Stadt bereiteten dem Versuch (vorerst) ein Ende.

Die rasante Verbreitung von Smartphones und Laptops macht es möglich, dass Müllsammler ihr Aufgabengebiet erweitern und zusätzlich zu Datensammlern werden. Das Startup Renew stattete seine Modelle mit moderner Technik aus, die die Funknetze in ihrer Umgebung scannen und Daten speichern konnten. Dabei wurden auch die Signale von in der Nähe befindlichen mobilen Geräten gespeichert. Das Unternehmen versicherte zwar, dass die Daten anonymisiert verarbeitet, also kein Signal einer namentlich bekannten Person zugeordnet werden konnte. Ein Bewegungsprofil lässt sich damit allerdings schon anlegen. Der Mülleimer wusste im Zweifelsfall also schneller und genauer als der Ehepartner, wann sich eine Person wo genau aufhielt. Der britischen Zeitung „The Independent“ zufolge haben die Geräte innerhalb von einer Woche mehr als vier Millionen Geräte von rund 530.000 verschiedenen Nutzern registriert. Aus den Daten konnten Geschwindigkeit, Entfernung und Dauer des Aufenthalts der Person sowie der Hersteller des mobilen Gerätes ausgelesen werden.

Sind genügend Daten gesammelt, um zu erkennen, dass ein Fußgänger regelmäßig in einem bestimmten Geschäft einkauft, sind der maßgeschneiderten Werbung kaum noch Grenzen gesetzt. Auf dem Weg zum täglichen Besuch in der Metzgerei des Vertrauens erscheint dann beispielsweise das Schnitzel im Sonderangebot auf dem Display der Mülltonne. Die Passanten merken von all dem nichts, denn die meisten Geräte senden permanent Daten, es sei denn, sie sind abgeschaltet. Gut zahlende Anzeigenkunden wiederum sollten mit dem Argument der Treffergenauigkeit ihrer Werbung gewonnen werden. Angesichts der Stückkosten von rund 30.000 Pfund pro Tonne wäre das für den Hersteller auch dringend nötig gewesen.

Datenschützer liefen Sturm

Es verwundert nicht, dass Bürger und Datenschützer nach Bekanntwerden dieser Vorgehensweise scharfe Kritik übten. Unter anderem wurde dem Unternehmen vorgeworfen, die Daten unberechtigterweise zu sammeln und die Privatsphäre der Fußgänger zu verletzen. Daran konnte auch die Tatsache nichts ändern, dass ein Drittel der Werbezeit für Wohltätigkeitsorganisationen und städtische Nachrichten zur Verfügung gestellt wurde. Künftig wird zu klären sein, ob die Datensammlung mit dem Setzen eines Cookies beim Internetsurfen vergleichbar ist. Dann nämlich wäre nach EU-Recht zuvor das Einverständnis des Nutzers nötig. Die Stadt London jedenfalls hat wenige Tage nach Bekanntwerden der Datensammelei eingegriffen und dem  Unternehmen das Vorgehen vorerst untersagt: „Unabhängig davon, was technisch möglich ist, müssen solche Dinge vorsichtig und im Konsens mit einer informierten Öffentlichkeit durchgeführt werden.“

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